Im Bildraum alles möglich

Edgar Leissing zählt zu den hartnäckigsten und unverblümtesten Motivklauern. Und er tut dies voller Lust und dionysischer Sinnesfreude. Denn die mediale Alltagswelt liefert ihm den Rohstoff, um seine visuellen Festmähler organisieren zu können. In den Medien, in der Werbung, im Kommerz wird heute jede Intimität und jede Peinlichkeit „aufgerissen” und als Bild sichtbar gemacht. Was die Malerei in diesem globalen Glashaus der Bilderwelt noch zu tun bleibt, formulierte der Kommunikationsphilsoph Jean-Francois Lyotard dahingehend: „Sichtbar zu machen, dass es etwas gibt, das man denken, nicht aber sehen oder sichtbar machen kann: das ist der Einsatz der modernen Malerei.” Ein Postulat, das sich auch auf Edgar Leissing anwenden ließe. Leissing schöpft zwar aus der sichtbaren Welt der Bilder, führt diese aber zurück auf ein Malkonzept, das darauf abzielt, ein Universum der Vorstellungen zu kreieren, das sonst nur im Unterbewussten, im Traum oder in der Welt männlicher Phantasien existent ist.

Karl Heinz Pichler, 2001








Für den Inhalt verantwortlich © 2008 Edgar Leissing Impressum
Internetumsetzung: nu Datenautomaten GmbH